Ski & Sail Westgrönland 2015

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Jetzt ist der Winter endgültig zu Ende!

Unsere letzte Skireise in diesem Winter führte im Mai nach Grönland. Unsere Gruppe hatte noch beste Bedingungen. Wenn bei uns schon fast Sommer ist, findet man in Grönland immer noch guten Pulver. Die Tage sind länger und das Wetter stabiler. Die ideale Zeit für die exotische Skitourendestination.

Vom Segelschiff aus sind schon etwas sehr Besonderes und schon jetzt steht fest, dass wir diese Reise in unser fixes Programm aufnehmen.

Ein kurzes Video von unserer Gruppe 2015 gibt`s am Ende dieser Seite. Einfach ganz runter scrollen.

Für alle die jetzt infiziert sind - hier gehts zur Buchung für 2016

Und hier der ausführliche Bericht:

Mut wird meistens belohnt…und so war es auch für jene die den Scouting Trip nach Grönland mit Furtenbachadventures wagten. Pulverschnee, Sonne, Wale und Gletscher so weit das Auge reichte waren die Belohnung, aber lies selbst…

Tag 1-2: Die Grönlandreise beginnt, wir sind in Kopenhagen, einer Stadt die einen Besuch wahrlich verdient hat. Wir nehmen uns einen Tag mehr Zeit, verbringen noch einen Frühlingstag in der Stadt und starten erst morgen nach Maniitsoq.

Tag 3: Wir haben soeben den gewaltigen Inlandeispanzer von Grönland überflogen. Die Landung in Maniitsoq war spektakulär und die Schneemassen inklusive Schneesturm zeigen uns jetzt dass wir unweit des Polarkreises sind. Hier auf dem Segelboot „Rembrandt van Rijn“ heißt es umstellen auf Schiffsalltag und beim Segelhissen darf ruhig handgelegt werden. Nach einem Breefing und einer kurzen Vorstellungsrunde der Crew geht’s schon los Richtung erstem Tourenspot. Drei Skitourengruppen und eine 12-köpfige Crew schaffen es ein Sammelsurium an Leuten aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Kanada, Holland, Philippinen, Indien an Bord zu vereinen. Die Stimmung ist sehr gut und der Platz an Bord ist wahrlich optimiert, aber trotzdem sind alle sehr entspannt. Los geht’s!

Tag 4: Wir haben die Nordküste der Insel Hamborgerland erreicht. Alle Medikamente gegen Seekrankheit waren bisher unnötig und werden wohl auch in den folgenden Tagen unnötig sein. Die 12 köpfige Mannschaft segelt und navigiert extrem kundenfreundlich und schafft es aus einem regen Wellengang einen Genuß zu machen. Der angelaufene Spot hätte nicht besser gewählt werden können. Der Sturm hat sich gelegt, die Sonne bricht durch und ein wunderbares Kar tut sich direkt aus dem Meer aufsteigen auf. Knappe 1000 Hm stehen auf dem Programm, jede Gruppe wählt eine andere Route, wir sind gespannt und scharren mit den „Hufen“. Nacheinander werden die Gruppen im Zodiac ans Ufer gebracht, legen los und stehen schließlich am Gipfel. In der Abfahrt pressen uns Sonne und Pulverschnee manch Jubelschrei aus der Lunge. Doch nicht genug, wir schwingen ab, fellen nochmals auf, holen uns noch eine Scharte, fahren hinten ab und ein breites Grinsen zeichnet sich im Gesicht ab als der letzte Schwung direkt am Meer vollbracht wird.

Tag 5: Schon am Vortag überstellen wir nach Norden um eine Tour auf dem Sermitsiaq Gletscher zu machen. Ein 80 Kilometer langer Gletscher, der noch nicht zum Inlandeis gehört, belohnt uns nach erstem zögerlichen grau mit Sonnenschein und Pulverschnee. Kaum zu glauben, wieder dürfen wir unsere Spuren in unberührtes Gelände ziehen. Ein Traum! Den direkt ins Meer mündenden, 50 Meter mächtigen Gletscher lassen wir hinter uns, springen ins Zodiac und stillen unseren Hunger an Bord mit einer frischen Suppe. Übrigens, das Essen an Bord ist der pure Hammer. Ein indischer Koch zaubert jeden Tag ein anderes dreigängiges Menü auf den Tisch das optisch und geschmacklich in ein Fünfsternehaus gehört! Ein Hoch auf den Koch!

Tag 6: Wir befinden uns in der Bucht Sammisoq, sind Mittlerweile im Ewigkeitsfjord unterwegs. Jede Gruppe wählt heute einen anderen Gletscher und jede Gruppe wird belohnt. Während sich die einen mit Wiederaufstieg satte 2000 Hm abholen, wählen wir heute einen langen Aufstieg über den Sammisumut Gletscher. Ein großes Gletschertor stimmt uns auf den spaltenreichen Aufstieg ein. Am Seil durchqueren wir das Gewirr an Spalten und kommen bald auf das Palteau wo wir erst mal rasten. Die Sonne brennt heute gnadenlos und schon bald wird umgestellt auf kurzärmlig. Triefend vor Schweiss erreichen wir nach 1500 Hm den Gipfel und werden mit einem Ausblick der Extraklasse belohnt. Die Gipfelkante scheint nahezu bis direkt ins Meer unter uns abzubrechen. Die Abfahrt beginnt am Gipfelgrat im Pulver, geht weiter auf dem Gletscher im Pulver und endet in einer steilen Abfahrt bis ans Meer immer noch im Pulver… der nicht zu versiegen scheint.

Tag 7: Der Taateraat Sermia wartet auf uns. Wie jeden Tag schnallen wir uns die Ski direkt am Meer an und machen uns auf in Richtung Gipfel. Ein langer und flacher Anstieg führt uns an der rechten Gletschermoräne aufwärts. Wir machen uns Sorgen aufgrund des flachen Geländes und der vermeintlich schlechten Schneequalität. Bruchharsch mit Tendenz zum Beine brechen?? Im Gegenteil, der Harschdeckel hält und wir genießen die 5 cm Pulver bis runter ans Meer. Einziger Wermutstropfen…es zieht zu und der Gipfel ist aufgrund des Nebels nicht erreichbar. Trotzdem sind es wieder 1200 Hm die links und rechts von dunkelblauen Gletscherzungen flankiert sind, was beklemmend und zugleich faszinierend auf uns einwirkt. Landschaftlich schwer beeindruckend.

Tag 8: Sermilinnguaq, das Wetter ist echt bescheiden, aber an Bord bleiben ist für niemand wirklich eine Option. Schon geht’s los, Rucksack, Ski, Stöcke, Zodiac und schon sind wir auf der Gletscherzunge mit steileren Abschnitten unterwegs. Der 1300 Meter hohe Gipfel wär das Ziel, Nebel zieht durch, es scheint aufzureißen, Hoffnung kommt auf, wird aber jäh zerschlagen als starker Wind und Schneegestöber uns zur Umkehr zwingen. Vorsichtig gehen wir die Abfahrt an, bester Pulver aber null Sicht. Wenige Höhenmeter tiefer wird es besser und sogleich zeichnen wir wieder unsere unverkennbaren Muster in den Schnee. Unten angekommen haben wir zwar nur 800 Hm geschafft, jeder ist aber glücklich wieder an Bord zu sein um sich zu wärmen und zu stärken. Doch plötzlich heißt es Walalarm. Eine Gruppe Buckelwale hatte sich unserem Schiff genähert, sogar darunter hinweg getaucht und genießt jetzt unweit unseres Schiffes Krill in großen Mengen. Wunderbar die Tiere zu beobachten, wenn die Gischt aus dem Atemloch sprüht, die mächtigen Körper sich elegant im Wasser bewegen und die Fluke aus dem Meer ragt kurz bevor der Wal wieder Minutenlang in die Tiefe abtaucht.

Tag 9: Die Nacht über hat es geschneit und gestürmt und die Prognose des Kapitäns für den heutigen Tag war nicht wirklich vielversprechend. Aber sein Ehrgeiz und eine direkte Fahrt zurück Richtung Süden in die Puiartoq Bucht wird uns heute den krönenden Abschluß bringen. Wir wählen diesmal eine extremere Aufstiegsvariante auf einen 850 Meter hohen Gipfel der direkt über dem in der Bucht ankernden Schiff liegt. Oben angekommen klart das Wetter plötzlich auf und wir entscheiden uns auch noch den Nachbargipfel zu besteigen. Jetzt sind es schon 1350 Höhenmeter, die Aussicht übertrifft wiederum alle Erwartungen und jeder ist heiß auf die Abfahrt, denn über Nacht sind beträchtliche Schneemengen gefallen. 1000 Hm in bestem Pulver geht es nach unten und als wir dann zur rechten Seite dieses geniales Kar sehen… wissen wir alle was das heißt: AUFFELLEN, diesen Pulverhang holen wir uns. Nach guten 400 Hm Aufstieg schnallen wir uns die Skier an und genießen den knietiefen Pulver der uns völlig auszucken läßt während das Brennen in den Beinen rücksichtslos verdrängt wird.

Zurück an Bord geniessen wir unser wohl verdientes Bier und schauen wehmütig zurück auf den Gletscher und die Skitour die auf jeden Fall das Sahnehäubchen unserer gesamten Reise war. Auch wenn uns in diesem Moment bewußt ist, dass hiermit unser Trip zu Ende ist, ist es uns egal, wir hatten 6 Tage im Schnee die zu toppen wahrlich schwer sein werden. Diese Reise hat wahrlich die „Goldene Palme“ verdient.

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